Virtualisierung
Serverraum
Speicherung
Leitungen und Geräte
Der Energiebedarf von Rechenzentren ist groß. Allein schon
aus Kostengründen ist die Energieeffizienz ein
wichtiges Thema. Deshalb werden hier einige der gängigen Konzepte vorgestellt.
Nicht alle Rechner
sind genügend und gleichzeitig ausgelastet. Viel Energie wird
durch Leerlauf verbraucht. Virtualisierung bedeutet Abstraktion:
Logische Rechner werden von der realen physischen Hardware getrennt.
Die Ressourcen werden gemeinsam genutzt, so dass die vorhandenen
Kapazitäten besser ausgeschöpft werden. Zudem kann flexibler
auf neue oder geänderte Anforderungen reagiert werden. Durch die
bessere Auslastung der Systeme wird Energie gespart.
In diesem englischen Video werden die Vorteile und Möglichkeiten
der Virtualisierung in einer live-Vorführung an dem Produkt VMWare
praxisnah und einfach erklärt.
Ein deutsches
Video von Sun Microsystems erklärt die Grundlagen der Virtualisierung mit Schwerpunkt Solaris.
Serverraum - Kühlung
Die Kühlung ist meistens der größte Energiefresser im
Serverraum, deshalb:
1. Sonneneinstrahlung vermeiden, Fenster mit Reflexionsfolien bekleben
2. Optimierung der Serverraum-Dämmung
3. richtige Lenkung der Luftströme
3.1 komplette Trennung in Kalt- und Warmgänge
3.2 alternativ: Doppelboden Umluftsysteme, die die Kaltluft gezielt in
einzelne Racks blasen
3.3 Zwischenboden aufräumen
3.4 Luftströme zu den Racks vorplanen
3.5 saubere Abdichtung z.B. mit Bürstensystemen
5. Einsatz einer adaptiven Klimaanlage, die die Kühlleistung an
die Wärme der Abluft anpasst.
6. Vorsichtige Erhöhung der Rechenzenztrumstemperatur auf bis zu
26 Grad (t.w. wird sogar von 30 Grad gesprochen)
7. Außenluft zur Kühlung einsetzen
8. Einsatz temperaturgesteuerter Lüfter
9. Umstellung auf Wassserkühlung, da Wasser Wärme bis zu
4000 mal besser abführen kann
10. Sonstige umweltfreundlichere Kühlmethoden verwenden
Das Rechenzentrum von BMW benutzt z.B. kaltes Wasser aus einem Brunnen.
Wichtig: Vor und während aller Änderungen an der
Klimaanlage sollten ausführliche Temperaturmessungen
durchgeführt werden.
Serverraum - Strom
Ein Wechsel von Wechselstrom auf Gleichstrom kann den Stromverbrauch
senken. Bei Wechselstrom muss jeder Server über ein eigenes
Netztteil verfügen, das Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt.
Dies produziert viel Wärme und verbraucht Platz.
Bestellt man Gleichstromrechner und bringt den Stromumwandler zentral
im oberen Teil des Racks unter, so kann dort die Warmluft auch direkt
abgesaugt werden.
Dies reduziert die Kühlleistung und spart Platz.
Serverraum - Konsolidierung
Systeme, Applikationen, Datenbestände und Strategien sollten
konsolidiert werden.
Durch die Vereinheitlichung und Zusammenführung wird die
Infrastruktur einfacher und flexibler.
Damit einher geht häufig auch eine erhebliche Absenkung des
Energieverbrauchs.
Viele Daten werden redundant
gespeichert oder, obwohl sie selten benötigt werden, in einem
energieintensiven Medium gespeichert.
Die Schlagworte zur Verbesserung sind hierbei
ILM - Information
Lifecycle Management und HSM
- Hierarchical Storage Management. Beides sind
Speichermanagement-Konzepte, die in
einem Optimierungsprozess den best geeigneten Speicherplatz für
die verwalteten Informationsobjekte bestimmen. Nur Informationsobjekte,
die hoch verfügbar sein müssen, werden auf teurem Speicher
mit hohem Energieverbrauch abgelegt.
Ein paar Regeln auf den Punkt gebracht:
1. veraltete Daten löschen
2. redundante Daten löschen
Das Suchwort hierzu lautet Deduplikation. Auch Produktunterstützung gibt es dazu schon.
3. selten gebrauchte Daten auf Band, DVD, eine optische Jukebox
o.ä. auslagern
In Gegensatz zu Festplatten benötigen Bänder keine Energie,
solange die Daten nicht wieder abgerufen werden müssen.
4. MAID Systeme (Massive Array of Idle Disks) einsetzen
Diese benötigen bei gleicher Kapazität erheblich weniger
Energie als die immer bereiten klassischen RAID-Systeme. MAID wurde
entworfen für Write Once, Read Occasionally (WORO) Applikationen.
Höchsten ein Viertel der Platten ist im Zugriff, der Rest ist
abgeschaltet und wird nur 1 x im Monat gecheckt.
5. nicht benötigte Festplatten automatisiert abschalten
6. Thin-Provisioning und Speichervirtualisierung verwenden
7. Laufwerke mit hoher Speicherdichte und energieoptimierte Speichersysteme verwenden
Hierbei kann die vom TÜV Saarland entwickelte Zertifizierung für energieeffiziente Speichersysteme helfen.
Speichersysteme werden in vier Klassen von A bis D
eingeteilt, wobei A die energieeffizienteste vom
TÜV gemessene Archivierungshardware auszeichnet.
1. Eine Übertragung mittels
Glasfasern verbraucht weniger Strom als mittels Kupferkabel, da sie
u.a. störungssicherer ist.
2. "Dicke" Leitungen verbrauchen meist mehr Strom, daher Gigabit
Ethernet nur wenn erforderlich verwenden
3. Die Abschaltung per IP-Netz ermöglicht es Geräte zentral
oder zeitabhängig abzuschalten.
Der Eigenstromverbrauch einer solchen Steckdose liegt z.B. bei 1,9
Watt. Im Vergleich dazu würde ein so abgeschalteter Laserdrucker
oft im Standby noch 10-20 Watt verbrauchen.
Für weitere Anregungen siehe auch vorherige Seiten Top 10
Energiespartipps im Büro.
Der
Leitfaden: Energieeffizienz in Rechenzentren des
Bundesumweltministeriums und des Bundesverbandes
Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM)
gibt Hinweise zu Planung, Aufbau und Betrieb von Rechenzentren und
zeigt unter anderem, wie Kühlung, Stromversorgung sowie Hard- und
Software optimiert werden können.
Zahlreiche Whitepaper findet man auf den Seiten von
the green grit, einer offenen, gemeinnützigen von AMD, HP, IBM und SUN gegründeten Organisation,
in der neue Techniken für das Stromsparen in Rechenzentren entwickelt werden sollen.
TecChannel und Intel bieten derzeit ein IT-eBook mit sechs Artikeln zum Thema
Energiesparen im Serverraum zum kostenlosen Download an.
Aktuelle news zu grüner IT findet man zum Beispiel unter ecologeenet.
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